| Scheibenwelt-Politik |
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| Terry Pratchett: Die Nachtwächter |
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Mit dem Kopf in den Wolken erkennt man vieles besser. Und darum ist es gut, sich ab und an von einem Fantasten bei der Hand nehmen zu lassen und Abschied von unserer schnöden Realität zu nehmen. Der Brite Terry Pratchett eignet sich bestens als Fremdenführer für Welten, die noch nie ein Mensch gesehen hat.
Fantasy der gewitzten Art, philosophisch tiefgründig und doch höchst amüsant, darauf ist Terry Pratchett abonniert. Wenn etwas das Prädikat „Kult“ verdient, dann die von ihm ersonnene Scheibenwelt. Sie ist, wie der Name schon sagt, flunderflach und schwebt auf dem Rücken einer 16 000 Kilometer langen Schildkröte durchs All. Gelenkt wird sie von einer durchgeknallten Götterwelt, die wegen eines nicht zurückgegebenen Rasenmähers mit den Eisriesen im Dauerclinch liegt. Bevölkert wird die Scheibenwelt außerdem von Käuzen wie dem kreuzdummen Zauberer Rincewind, der Meisterhexe Oma Wetterwachs und natürlich vom Tod und seiner reizenden Verwandtschaft.
Und von Sam Mumm, seines Zeichens Kommandeur der Stadtwache von Ankh-Morpork. Mumm, den Pratchett-Fans aus Scheibenwelt-Romanen wie „Helle Barden“ oder „Der Fünfte Elephant“ kennen, bekommt es in „Die Nachtwächter“ – dem 25. Scheibenwelt-Roman – mit Carcer, einem abgrundtief bösen Verbrecher, zu tun. Bei einer Verfolgungsjagd werden die beiden von einem Gewitterblitz 30 Jahre in die Vergangenheit katapultiert.
Dort sieht sich Mumm nicht nur seinem jüngeren Selbst gegenüber, er muss auch mit List und viel Diplomatie verhindern, dass eine Möchtegernrevolution in ein blutiges Gemetzel ausartet. Es gab schon lustigere Scheibenwelt-Romane als „Die Nachtwächter“, doch noch keinen, der so scharfsinnig die Unsitten der Politik aufs Korn genommen hat.
pz
Terry Pratchett: Die Nachtwächter
Manhattan, 411 Seiten, € 19,90
ISBN 3442545366
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